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Philippi / Φίλιπποι

Philippi Eingang
Der Eingang
Philippi Parkplatz
Alte Mauer am Parkplatz

Zwischen Kavala und Drama auf der Nationalstraße 12 in Höhe des Ortes Krinides / Κρηνίδες befindet sich die antike Stadt Philippi (Filippi). Philippi war eine antike Stadt und Festung im Osten von Makedonien, nahe der thrakischen Grenze.

Im Juli 2016 wurde die archäologische Stätte wegen ihrer Bedeutung als römische Stadt und älteste christliche Gemeindegründung Europas zum UNESCO-Welterbe erklärt (Referenz-Nr.:1517).

Die Zufahrt ist denkbar einfach, befindet sich der Parkplatz nur rund einen Kilometer von der Nationalstraße entfernt. Im Februar war noch nichts los, aber die Stätte war geöffnet und wir hatten sie für 6 Euro Eintritt ganz für uns alleine. Es hat in Strömen geregnet, aber der freundliche Kassenwart hat uns Regenschirme zur Verfügung gestellt.

Philippi Theater Panorama
Das Antike Theater von Filippi
Philippi Skizze vom Theater
Grundriss von der Arena
Philippi am Theater
Vor der Arena

Gleich zu Anfang läuft man auf ein Imposantes Antikes Theater zu (Αρχαίο Θέατρο Φιλίππων), hier finden immer noch Regelmäßig Veranstaltungen statt. Rundherum sind noch sehr viele Teile erhalten, so dass man sich sehr gut Vorstellen kann, wie es hier einmal ausgesehen hat.

Gleich hinter dem Theater befinden sich die Überreste von der Basilika A. Auch hier beeindrucken die sehr gut erhaltenen Fundstücke. Ein schmaler Pfad führt weiter zum Museum, welches wir aber nicht besucht haben.

Basilika A

Sie wurde als große dreischiffige Basilika mit Holzdach und einem Querschiff an der Ostseite errichtet. Ihre Maße betragen 130 × 50 m. Ein monumentales halbkreisförmiges Propylaion mit Marmortreppen führte vom römischen Forum in den Säulenhof des Tempels.

Vom Hof aus führten zwei Eingänge in das vierseitige Atrium, das an drei Seiten (Ost, Nord und Süd) von Säulenhallen umgeben war, während die vierte Seite als zweischaliger Brunnen gestaltet war.

Die Verbindung des Atriums mit dem Narthex wurde durch drei Eingänge hergestellt. An der nordwestlichen Seite des Narthex sind das Baptisterium und das Treppenhaus erhalten, die zum Frauenbereich der Kirche führten. Vom Narthex aus betrat man das Hauptschiff der Kirche durch drei Eingänge: den mittleren (Tribelon) und zwei seitliche. Je 15 Säulen auf beiden Seiten des Mittelschiffs teilten die Kirche in drei Schiffe.

Das Heiligtum bestand aus der zentralen Apsis und zwei seitlichen Räumen (Prothesis und Diakonikon). Durch diese Anordnung erhielt die Kirche die Form des griechischen Buchstabens "T".

Die Kirche war mit einem Holzdach gedeckt. Der Boden des Heiligtums und des Mittelschiffs war mit Marmorplatten ausgelegt, in der Mittelschiffzone sind Fragmente eines geometrischen Mosaiks erhalten. Das Presbyterium (der Bereich des Altars) war mit Marmorplatten verkleidet und durch kleine Säulen (Kioniskoi) abgeschlossen. In der Mitte des Mittelschiffs stand die Kanzel (Ambon), während in der Apsis das Synthronon (Sitzreihen für den Klerus) angeordnet war.

Dieses monumentale Bauwerk, das durch seine Größe und seine reiche Bildhauerdekoration (Kapitelle, Pilaster, Reliefs) hervorstach, wurde um das Jahr 500 n. Chr. errichtet. Nach seiner Zerstörung, wahrscheinlich durch ein Erdbeben, wurde an seiner Südseite in der Mitte des 6. Jahrhunderts die Basilika B errichtet. Das Bauwerk ist eng mit der Verehrung des Apostels Paulus verbunden. Im 7.-8. Jahrhundert wurde an seiner südlichen Ecke eine kleine Kapelle errichtet, von der sich heute nur spärliche Reste erhalten haben.

Quelle: Infotafel vor Ort, Übersetzung: DeepL
Fundstücke der Basilika A:

Philippi Basilika A
Philippi Basilika A
Philippi Basilika A
Philippi Basilika A
Philippi Basilika A
Philippi Basilika A

Durch eine Straße getrennt befinden sich weitere Überreste und Ausgrabungen. Hier befinden sich unter anderem das Forum und die Basilika B. Das Gelände ist sehr weitläufig und es gibt an vielen Stellen wunderbare Details aus der Antike zu entdecken. Es ist sehr Beeindruckend, welche imposante Größe die Basilika einst hatte und wie viel davon auch heute noch erhalten geblieben ist.

Philippi Historische Stätte Panorama
Blick auf das Forum und die Basilika B
Basilika B

Die große frühchristliche Kirche (62 × 47 m) wurde in der Mitte des 6. Jahrhunderts n. Chr. (um 550) auf dem Gelände des kommerziellen Marktes und anderer Gebäude aus der römischen Zeit errichtet. Sie gehört zum Typ der Kuppelbasilika, bei der die Kuppel von vier starken Pfeilern getragen wurde und das Bema (Altarraum) sowie der Bereich davor überdeckte.

Die Kirche bestand aus drei Schiffen, die durch zwei Säulenreihen voneinander getrennt waren. Über den Seitenschiffen und dem Narthex (Vorhalle) befand sich eine Empore, die vermutlich den Frauen vorbehalten war. Vor der Kirche ist der Marmorsockel des templon (Altarabschrankung) erhalten geblieben.

Die Kirche war durch drei Eingänge mit dem Narthex verbunden, von denen das zentrale, gewölbte Portal als königliche Tür bezeichnet wird. Der Narthex, der auf einer älteren Straße (2. Jh. n. Chr.) errichtet wurde, stand in Verbindung mit dem Außenbereich durch fünf Eingänge - je einen an der Nord- und Südseite sowie drei an der Westseite. Davor befand sich wahrscheinlich eine Säulenhalle.

Ein Atrium (ein großer, von Säulen umgebener Hof) scheint nicht gebaut worden zu sein, obwohl eine große Fläche dafür vorbereitet wurde, nachdem ältere Gebäude (Palaestra - Sportanlage) abgerissen worden waren.

Auf beiden Seiten der Apsis des Bema sind zwei angrenzende Räume mit Nischen erhalten: im Norden das Baptisterium (Taufraum) und im Südosten das Diakonikon, das nach seiner Zerstörung in eine Kapelle umgewandelt wurde.

Die Basilika war ein prächtiger Bau mit Marmorverkleidung an den Wänden und Säulen aus grünem thessalischem Stein sowie mit architektonischem Schmuck (vor allem Kapitellen), die so kunstvoll gearbeitet waren, dass sie wie Spitzengewebe wirkten. Die Architektur zeigt deutlich den Einfluss Konstantinopels zur Zeit Kaiser Justinian I. (527-565), wie auch bei der Hagia Sophia und der Hagia Irene.

Wenige Jahre nach Beginn der Bauarbeiten und noch vor der Fertigstellung wurde dieser beeindruckende Bau offenbar durch ein Erdbeben zerstört, das seine Kuppeln zum Einsturz brachte. Nach dem Zusammenbruch wurde der Narthex der Basilika, mit einem großen Bogen östlich seines mittleren Tores, als Hauptschiff einer kleineren Kirche (9.-10. Jh. n. Chr.) weiterverwendet.

Quelle: Infotafel vor Ort, Übersetzung: DeepL
Fundstücke der Basilika B und Forum:

Philippi Basilika B
Philippi Basilika B
Philippi Basilika B
Philippi Basilika B
Philippi Basilika B
Philippi Basilika B

Philippi gehört für uns zu den Highlights Makedoniens. Neben Dion hat uns das hier am meisten beeindruckt. Im Sommer wird hier einiges mehr los sein, wir hatten das Glück, diese Stätte in Ruhe anzusehen, auch wenn das Wetter nicht so schön war.

Aktualisiert am:
Besuche:
  • Februar 2015
Geo-Daten:
  • Region: Ostmakedonien und Thrakien
  • Regionalbezirk: Kavala
  • Lage: Philippi
Entfernungen:
  • Thessaloniki / Θεσσαλονίκη: ca.160 Km
  • Thessaloniki Airport SKG / Αεροδρόμιο Θεσσαλονίκης: ca.179 km
  • Kavala / Καβάλα: ca.18 Km
  • Kavala Flughafen / Κρατικός Αερολιμένας Καβάλας: ca.47 Km
  • Serres / Σέρρες: ca.75 km
  • Athen / Αθήνα: ca.660 km
(Quelle: Google Map)