Wer in Griechenland Urlaub macht, denkt wohl zuerst an antike Ausgrabungsstätten, Ruinen und Säulen. An dieser Stelle stellen wir Ihnen mal eine andere Sehenswürdigkeit vor: Die Tropfsteinhöhle von Kapsia.
Sie liegt unter dem 1.986 m hohen Mount-Mainalon-Skigebiet (Μαίναλο), 15 km von Tripolis (Τρίπολη) und 1,5 km nördlich von Kapsas (Κάψας) und gehört zu dem komplizierten System von Dolinen auf dem Mantinea-Plateau.
Hinter einer unscheinbaren Stahltür verbirgt sich eine sensationelle Schönheit. Bei kühlen (und feuchten) 16 Grad Celsius, mit dezenter Hintergrundmusik und angenehmem Licht wird man durch die Höhle geführt.
Entdeckt wurde die Höhle im Jahre 1887 vom französischen Archäologen Gustave Fougères, als er Ausgrabungen im antiken Mantinea durchführte. Im August 1892 wurde die Höhle erstmals in Zusammenarbeit durch ein französisch-griechisches Team vermessen. Die Veröffentlichung der Studie über die Höhle und die Dolinen der Region in der französischen Fachzeitschrift Spelunga im Jahr 1911 machte die Höhle weltweit bekannt.
Die Höhle ist in 8 „Kammern“ aufgeteilt, in jeder Kammer sind besondere Stalaktiten-Formationen und -Größen zu sehen. Bei genauerem Hinsehen erkennt man Tierformen (Elefant und Vogel) und bekannte Gebäudeformen (schiefer Turm von Pisa), welche die Natur zufällig geschaffen hat.
Wenn man bedenkt, dass ein Stalaktit rund 1 mm pro Jahr „wächst“, kann man sich ausrechnen, wie alt diese Naturwunder sind. Unter einer 50 cm dicken Schlammschicht sind auch Tonscherben aus dem 4. und 5. Jahrhundert sowie Knochen und Schädel von menschlichen Überresten entdeckt worden.
Man kann diese beeindruckende Höhle nicht mit Worten und Bildern beschreiben, man muss dieses Farbenspiel und die unglaubliche Größe der Stalaktiten mit eigenen Augen gesehen haben.
Die rund 3 Millionen Euro, die in den Ausbau der Höhle investiert wurden, haben sich gelohnt. Der Besuch der Höhle kostet Eintritt (8 € im Juni 2014), der frei zugängliche „Abfluss“ der Ebene nebenan war im Juni ohne Wasser und somit auch nicht besonders sehenswert. Zumal gerade Reparaturarbeiten durchgeführt wurden.
Leider war Fotografieren verboten, sodass die Bilder aus dem Info-Flyer als Erinnerung reichen müssen.