Ambelakia (Αμπελάκια) ist ein geschichtsträchtiger Ort mit rund 510 Einwohnern an den bewaldeten Hängen des Ossa-Gebirges (Όσσα).
Bereits während der osmanischen Herrschaft im 18. Jahrhundert erlangte das Dorf durch seine florierende Textil- und Färbergemeinschaft überregionale Bekanntheit.
Vom Ort aus genießt man einen traumhaften Panoramablick über das tief eingeschnittene Tempi-Tal.
Der historische Ortskern ist komplett autofrei (Lieferverkehr und Anwohner ausgenommen) und dank seiner traditionellen Steinhäuser überaus sehenswert.
Die engen, gepflasterten Gassen, gesäumt von Natursteinfassaden, urigen Tavernen und Handwerksläden, laden zum geruhsamen Bummeln ein.
Hier herrscht eine wohltuende Stille, und durch die Höhenlage sowie die dichte Bebauung weht selbst an heißen Sommertagen ein angenehm kühler Wind.
Im Ort gibt es zwei bemerkenswerte Gotteshäuser: die zentral gelegene Georgskirche (Ιερός Ναός Αγίου Γεωργίου) sowie die Kirche Agios Athanasios (Ιερός Ναός Αγίου Αθανασίου) am Ortsrand.
AussichtspunktKirche St. GeorgKirche St. AthanasiosHerrenhaus des Herrn Schwarz
In Ambelakia sind noch mehrere prächtige Villen aus der Blütezeit des Ortes erhalten. Das berühmteste ist das Herrenhaus des Georgios Mavros – bekannt als das Haus des „Herrn Schwarz“ (Αρχοντικό Γεώργιου Σβάρτς).
Das Gebäude gilt als eines der bedeutendsten profanen Baudenkmäler Griechenlands.
Es erstreckt sich über drei Stockwerke, in denen repräsentative Empfangssäle, Wohnbereiche und Vorratsräume untergebracht sind.
Der Bau begann 1778 als Residenz des Vorsitzenden der berühmten Kooperative von Ambelakia – Georgios Mavros, der im Handelsverkehr mit Mitteleuropa den Namen „Schwarz“ führte.
Im Inneren ist das Haus mit kunstvollen Wandmalereien, geschnitzten Holzdecken und Buntglasfenstern prachtvoll ausgestattet.
1965 erwarb der griechische Staat das Anwesen und machte es als Museum der Öffentlichkeit zugänglich.
Herrenhaus von innen Foto: Wikipedia
Leider war das Gebäude bei unserem ersten Besuch bereits geschlossen.
Auch unser zweiter Versuch im Oktober 2018 scheiterte, da das Haus damals gerade aufwendig restauriert wurde.
Inzwischen sind die Sanierungsarbeiten abgeschlossen und das Museum empfängt wieder Besucher.
Das Herzstück des Ortes bildet der zentrale Dorfplatz mit schattigen Platanen und gemütlichen Tavernen – der Treffpunkt für Einheimische und Gäste gleichermaßen.
Besonders empfehlenswert ist die traditionelle Bäckerei, in der Brot und Gebäck noch handwerklich im Steinofen gebacken werden und ofenwarm probiert werden können.
Zentraler Platz, Steinhäuser, idyllische Gässchen und Impressionen: