Auf unserer „Wir holen Versäumtes nach“-Tour haben wir einen ausgiebigen Fußmarsch in den Stadtteil Keramikos unternommen.
Zugegeben: Wir haben wieder nicht alle Winkel geschafft, aber viele spannende Eindrücke mitgebracht.
Der Stadtteil grenzt direkt an Monastiraki, Psyri und das Zentrum. Vom Omonia-Platz aus – dem Startpunkt unserer Route – ist es etwa ein Kilometer Fußweg.
Die grüne Metro-Linie M1 hält an der Station Thiseio (Θησείο) am Rand von Keramikos, von dort aus sind es nur wenige Gehminuten.
Keramikos ist im Kern ein beschauliches Wohngebiet, hat kulturell und historisch aber einiges zu bieten:
Foundry Theater (Θέατρο Χυτήριο)
Dreifaltigkeitskirche (Church of the Holy Trinity / Ιερός Νάος Αγίας Τριδος)
Old Depot OSY (Παλιό Αμαξοστάσιο ΟΣΥ – ehemaliges Tram-Depot, heute Ort für Kunst und Ausstellungen)
Das Holocaust Memorial (Μνημείο του Ολοκαυτώματος)
Foundry-TheaterDreifaltigkeitskircheOld Depot OSYHolocaust MemorialThermopylon / St. GeorgeMetro-Linie M1
In diesem Viertel befindet sich der bedeutendste antike Friedhof Athens (Αρχαιολογικός Χώρος Κεραμεικού).
Die zahlreichen Grabfunde, Stelen und Gefäße von der Frühzeit (3. Jahrtausend v. Chr.) bis in die römische Epoche werden im Athener Nationalmuseum sowie im kleinen Kerameikos-Museum direkt am Ausgrabungsgelände ausgestellt.
Keramikos – Antiker Friedhof:
Kunst im Technopolis
Gegenüber dem alten Depot erstreckt sich „Technopolis“ (Τεχνόπολις), ein faszinierendes Industriedenkmal.
Das Areal des 1984 stillgelegten Gaswerks wurde in den 1990er-Jahren von der Stadt Athen erworben und behutsam zu multifunktionalen Kultur- und Veranstaltungshallen umgestaltet.
Alle zwei Jahre dient das Gelände unter anderem als Schauplatz der Athens Biennale.
Zudem befindet sich hier das Funkhaus des Athener Stadtradios „Athina 9.84“.
Genau genommen erstreckt sich das Gaswerk-Areal über die Grenze zum angrenzenden Trendviertel Gazi (Γκάζι) – die Übergänge sind fließend.
Das alte Straßenbahndepot wurde im Rahmen eines Street-Art-Festivals mit großflächigen Murals verziert und bildet heute einen der auffälligsten Blickfänge in Keramikos.
Keramikos – Technopolis:
Streetart am alten Depot
Folgt man der Straße um das Depot herum, passiert man den Eingang zum antiken Friedhof, das Museum und das bewegende Holocaust-Mahnmal.
Läuft man die Runde komplett ab, hat man gut 3 km Wegstrecke hinter sich gebracht.
Am Ende landet man wieder im quirligen Monastiraki, wo man den Rundgang wunderbar bei einem wohlverdienten Frappé ausklingen lassen kann.