Das Zentrum von Athen ist ausgesprochen vielschichtig: Das Viertel Akadimia ist ein elegantes Prachtstraßenviertel, geht jedoch nach Norden hin nahtlos in die Umgebung des Omonia-Platzes über – früher eine eher berüchtigte Ecke. Doch genau diese Kontraste machen Athen aus, und wirklich gefährlich ist es bei gesunder Aufmerksamkeit nirgendwo.
Athen – Zentrum / Αθήνα – Κέντρο
Direkt am Syntagma-Platz beginnt das Viertel Akadimia (Ακαδημία), dessen Herzachse die breite Prachtstraße Panepistimiou (Πανεπιστημίου) bildet. Der Boulevard beginnt am Syntagma-Platz mit dem traditionsreichen „Hotel Grande Bretagne“. Gleich daneben liegt das Luxuskaufhaus „Attica“, in dem man mühelos seine Urlaubskasse erleichtern kann.
Gegenüber befindet sich das Numismatische Museum (Νομισματικό Μουσείο) im prächtigen Schliemann-Palais (Iliou Melathron). In den abzweigenden Querstraßen wie der Odos Voukourestiou reihen sich exklusive Boutiquen berühmter Modelabels, Juweliere und feine Parfümerien aneinander.
Eine architektonische Sehenswürdigkeit ist die katholische Kathedrale St. Dionysius Areopagita (Ιερός Καθολικός Καθεδρικός Ναός Αγίου Διονυσίου του Αρεοπαγίτη).
Ein Stück weiter folgt die berühmte klassizistische „Athener Trilogie“, angeführt von der Akademie von Athen (Ακαδημία Αθηνών) – der führenden Einrichtung für außeruniversitäre Spitzenforschung in Griechenland und Gründungsmitglied internationaler Wissenschaftsräte.
In direkter Nachbarschaft stehen das Hauptgebäude der Universität Athen (Κεντρικό κτήριο Πανεπιστημίου Αθηνών) sowie die alte Griechische Nationalbibliothek (Εθνική Βιβλιοθήκη της Ελλάδος). Die historische Bibliothek ist seit 2018 für den regulären Lesebetrieb geschlossen, da die Bestände in das neue Kulturzentrum SNFCC nach Kallithea überführt wurden.
Am nordwestlichen Ende der Panepistimiou stößt man auf den traditionsreichen Omonia-Platz (Πλατεία Ομονοίας). Bei unserem ersten Besuch 2019 glich der Platz noch einer riesigen, staubigen Baustelle und fiel in den Jahren zuvor durch Kriminalität und eine offene Drogenszene auf – ein Areal, das man vor allem nachts mied.
Im Oktober 2020 präsentierte sich der Platz nach der umfassenden Sanierung in völlig neuem Glanz: Ein gewaltiger Rundbrunnen mit programmierbaren Fontänen, gepflegte Rasenflächen und Cafés ringsum verleihen dem Platz eine überraschend freundliche und offene Atmosphäre.
Biegt man vom Omonia-Platz nach Norden in die 3is Septemvriou (3ης Σεπτεμβρίου) ein und folgt ihr etwa 800 m, erreicht man das Hellenic Motor Museum (Ελληνικό Μουσείο Αυτοκινήτου). Das Automuseum ist spiralförmig wie ein modernes Parkhaus aufgebaut – wer sich für historische Oldtimer und Sportwagenklassiker begeistert, ist hier genau richtig.
Wer das Automuseum auslässt, wendet sich am Omonia-Platz nach Süden in die Odos Athinas (Αθηνάς). Sie führt schnurgerade hinunter zum Monastiraki-Platz – und hält unterwegs einige der spannendsten Stationen Athens bereit.
Nach etwa 200 m öffnet sich linker Hand der 1874 angelegte Kotzia-Platz (Πλατεία Κοτζιά), benannt nach dem ehemaligen Athener Bürgermeister Konstantinos Kotzias.
Der weitläufige Platz wird von beeindruckender neoklassizistischer Architektur gesäumt, darunter das Athener Rathaus und das Kulturzentrum der Nationalbank von Griechenland. Mitten auf dem Platz wurden bei Bauarbeiten bedeutende antike Überreste freigelegt: Man blickt direkt auf freigelegte Abschnitte der antiken Stadtmauer, Gräber, Fundamente und den einstigen Befestigungsgraben.
Rund 150 m weiter Richtung Monastiraki schlägt das kulinarische Herz der Stadt: der Athener Zentralmarkt (Κεντρική Δημοτική Αγορά Αθηνών), auch bekannt als Varvakios Agora (Βαρβάκειος Αγορά). Benannt ist die Markthalle nach Ioannis Varvakis, einem griechischen Nationalhelden und Wohltäter des 19. Jahrhunderts.
Der Haupteingang liegt direkt an der Odos Athinas. Hier erlebt man das pure, unverfälschte südländische Leben: Es ist laut, eng, geschäftig – Händler preisen lautstark ihre Waren an und Kunden feilschen um Preise. Sicherlich kein Ort für zartbesaitete Gemüter oder übervorsichtige Hygienefanatiker, dafür aber ein unvergleichliches Fest für die Sinne.
Die Hallen teilen sich in verschiedene Bereiche auf:
- Die große Fischhalle mit fangfrischem Fisch und Meeresfrüchten aus der gesamten Ägäis – von Oktopus und Calamari über Sardinen bis zum Schwertfisch.
- Der Fleischmarkt mit Rind, Schwein, Lamm und Ziegenfleisch in traditioneller Darbietung.
- Die Obst- und Gemüsestände gegenüber mit sonnengereiften Früchten, riesigen Olivenfässern, frischen Kräutern und feinstem Feta.
In den Seitengassen und innerhalb der Hallen verstecken sich kleine traditionelle Garküchen („Mageiria“ / Μαγειριά), die dampfende Schmorgerichte und Hausmannskost servieren.
Der Markt öffnet gegen 7:00 Uhr morgens und schließt meist gegen 18:00 Uhr. Am lebendigsten geht es vormittags zu. Fotografieren ist gestattet – ein kurzes Nicken oder ein freundliches Wort mit den Händlern gehört dabei zum guten Ton. Am späten Abend leeren sich die Hallen komplett und es wird fast gespenstig ruhig.
Neben dem großen Zentralmarkt finden in den einzelnen Athener Stadtvierteln an festen Wochentagen die beliebten Straßenmärkte („Laiki Agora“) statt, auf denen es etwas beschaulicher zugeht.
Wer nach dem Marktbummel Hunger verspürt, sollte unweit an der Plateia Agias Irinis den legendären Imbiss „Kosta“ ansteuern – hier gibt es zweifellos eines der besten traditionellen Souvlakia der ganzen Stadt!
- Lage: Kaufhaus Attica
- Lage: Numismatisches Museum
- Lage: Katholische Kathedrale St. Dionysius
- Lage: Nationalbibliothek & Athener Akademie
- Lage: Omonia-Platz
- Lage: Kotzia-Platz
- Lage: Athener Zentralmarkt (Varvakios Agora)
- Lage: Hellenic Motor Museum
- Lage: Kosta Souvlaki (Pl. Agias Irinis)
(Quelle: Google Maps)