Eine Flusswanderung durch den Acheron hatten wir ja schon bei unserem ersten Besuch in Epirus gemacht. Nun war dieses Mal ein erneuter Besuch des Flusses Acheron angesagt – nach Hades Gate.
Die Autofahrt von Valanidorrachi (unser Urlaubsort) gestaltete sich etwas abenteuerlich.
Das Navi ist unterwegs ein paar Mal „entgleist“, auch Google Maps war teilweise wenig hilfreich. Irgendwie haben wir es geschafft, uns völlig zu verfahren, aber dank eines sehr netten Griechen – der auch Deutsch sprach – haben wir den richtigen Weg gefunden.
Also sind wir der Beschilderung nach Trikastro gefolgt, einem verlassenen Dorf mitten in der Pampa. Das Dorf lässt man „links liegen“ und folgt weiter der Hauptstraße, bis man schließlich ein Schild findet, welches zum Hades Gate weist.
Irgendwann endet die Straße abrupt, man stellt einfach sein Auto ab und geht zu Fuß weiter.
Abruptes StraßenendeParkplatz?SteinbrückchenTreppen am „Balkon“
Es führt ein Steinweg über eine kleine Brücke zum „Gate“. Es sind nur rund 150 Meter zu gehen.
Am Ende steht man auf einer Art Balkon und kann in die enge Schlucht hinunterschauen.
Ein sehr schöner und beeindruckender Ausblick.
Über Trampelpfade gelangt man vom Parkplatz aus auch an das Flussufer.
Auch hier kann man durch den Fluss wandern und durch das sehr enge „Gate“ schwimmen.
Das Ganze wird recht anstrengend sein: Bis Glyki – dem Ort, von wo wir die Flusswanderung gestartet haben – sind es satte 19 Kilometer. Wir haben darauf verzichtet, zumal wir auch keinerlei geeignete Ausrüstung dabei hatten.
Der Acheron und die Schlucht „Hades Gate“:
Auf dem „Balkon“ hing ein Plakat mit einem etwas poetisch und philosophisch formulierten Text:
DIE TORE DES HADES
Erinnerung – Wo Landschaft zum Mythos wird
In der altgriechischen Kosmologie war der Acheron der Fluss des Übergangs zwischen Leben und Tod.
Hier überschneiden sich Mythos und Geografie. Hermes geleitete die Seelen.
Charon verlangte den Obolus, die Münze für die Überfahrt.
Das Nekromanteion ermöglichte die Kommunikation mit den Verstorbenen.
Doch dies ist keine erstarrte Vergangenheit.
Der Mythos entwickelte sich durch christliche Neuinterpretationen und lokale Überlieferungen weiter.
Die Stille ersetzt die Architektur.
Die Atmosphäre ersetzt die Ausstellung.
Dieser Ort erinnert uns daran, dass Landschaften über Jahrhunderte hinweg vielschichtige Erinnerungen bewahren.
Schauen – Nachdenken – Fragen
Die Weite und Offenheit der Landschaft
Das Zusammentreffen der Flüsse
Die Ruhe der Landschaft
Warum werden bestimmte Landschaften mit dem Jenseits in Verbindung gebracht?
Wie prägen Mythen noch heute die lokale Identität?
Erzählen die Einheimischen noch immer Geschichten über diesen Ort?
Wie kann Mythos eine nachhaltige kulturelle Entwicklung unterstützen?
Übersetzung: (Textextraktion) ChatGPT
Die „Höllentore“ (Gates of Hades / Πύλες του Άδη) in Epirus beziehen sich auf zwei eng miteinander verbundene Orte am Fluss Acheron.
Die Schlucht des Acheron:
Die Gates of Hades sind ein enger Abschnitt der Schlucht, die vom Fluss Acheron im Nordwesten Griechenlands geformt wurde. Der Fluss galt in der antiken griechischen Religion als Tor zur Unterwelt. Der Zugang liegt an der Straße nahe Trikastro, und die Route führt größtenteils durch tiefes, enges Flusswasser, bei dem Schwimmen erforderlich ist, bevor sie an den bewaldeten Ufern und weißen Kiesstränden weiterführt. Am Ende erreicht man die Quellen des Acheron bei Glyki, wo die Wildnis allmählich einer Anlage mit Restaurant und Parkplatz weicht. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Wanderung von etwa 18,7 km, die rund 6,5 Stunden dauert und am besten von Juni bis Oktober begangen wird.
Mythologischer Hintergrund:
Der Legende nach führte Hermes die Seelen der Toten über die Wasser des Acheron zum Hades. Besucher unterzogen sich Tagen des Fastens, der Isolation und ritueller Vorbereitungen, um körperliche und seelische Erschöpfung herbeizuführen und so mit den Seelen ihrer verstorbenen Angehörigen in Kontakt zu treten. Archäologische Funde deuten auf eine Nutzung der Stätte bereits in mykenischer Zeit (14.–13. Jh. v. Chr.) hin. Auch aus Homers Odyssee ist die Szene bekannt, in der Odysseus in die Unterwelt hinabsteigt, um den blinden Seher Teiresias zu befragen.