Der Louros Staudamm (Louros river hydroelectric power station) befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Römischen Aquädukt Nikopolis. Was liegt also näher – wenn man schon vor Ort ist –, diesen Staudamm zu besuchen?
Leider gestaltete es sich schwieriger als gedacht.
Die Fahrt endet am Zaun
Vom Dorf Ag. Georgios kommend führt eine unbefestigte Straße am See vorbei zum Damm. Das Navi hat es auch genau so angezeigt. Leider endet die Fahrt nach ein paar Metern schon; die Zufahrt ist mit einem Zaun und Tor gesperrt.
Also eine Sackgasse.
Also zurück zur Hauptstraße Richtung Filippiada. Etwa nach 1,5 km sieht man links ein Schild mit dem Logo der „ΔΕΗ“. Hier gibt es auch eine Möglichkeit zum Parken – aber Vorsicht: An dieser Stelle ist das Linksabbiegen verboten und auch nicht ganz ungefährlich.
Von hier aus kann man den Staudamm sehen; leider nicht in seiner vollen Ausbreitung, da dichtes Gebüsch die freie Sicht versperrt.
Schild mit dem Logo der „ΔΕΗ“
Wenn man die Treppe zum Staudamm runtergeht, trifft man auf eine Tür, die interessanterweise offen stand. Hier könnte man in das Innere des Damms gehen, aber wir haben darauf verzichtet – unbefugtes Betreten ist auch in Griechenland eine Straftat.
Also beschränken wir uns auf den Blick von außen auf den Damm.
Blick ins Innere
Ein paar Gegebenheiten:
Lage:
Der Staudamm liegt am Fluss Louros, kurz nach dem Dorf Kerasona, in der Nähe des Dorfes Agios Georgios, im Grenzgebiet der Präfekturen Arta und Preveza.
Der Fluss Louros:
Der Louros ist ein Fluss in Epirus mit einer Gesamtlänge von 80 km. Er entspringt am Berg Tomaros, durchquert eine enge Schlucht hinunter Richtung Präfektur Preveza und fließt durch die Dörfer Voliasta, Mousiotitsa, Kouklesi, Gonia, Panagia, Kleisoura, bevor sein Wasser nach dem Dorf Kerasona vom Staudamm aufgestaut wird.
Technische Daten:
Der Staudamm ist aus Beton, 25 m hoch und 70 m lang. Er wurde 1963 erbaut. Ein Teil des Wassers wird östlich durch einen Tunnel durch einen Hügel geleitet und gelangt über einen unterirdischen Kanal zum Kraftwerk.
Der Staudamm speist das gleichnamige Wasserkraftwerk der „ΔΕΗ“ (griechischer Stromversorger). Das Kraftwerk verfügt über drei Erzeugungseinheiten mit einer Gesamtleistung von 10,3 MW. Der Bau begann 1953, es wurde am 13.6.1954 eingeweiht und war das erste Wasserkraftwerk, das die „ΔΕΗ“ errichtete. Es nutzt den Wasserfluss des Louros mit einem Betondamm und umfasst drei horizontale Francis-Turbinen (2×2,5 MW + 1×5,3 MW). Eine Renovierung des Kraftwerks war zu einem gewissen Zeitpunkt geplant.
Auf dem Weg zur Hauptstraße sind wir noch an einem sprudelnden Wasserrohr vorbeigekommen. Was es damit auf sich hat, ist uns nicht bekannt. Vermutlich hat es etwas mit dem Kraftwerk des Staudammes zu tun (?).
Übrigens: Etwa 500 Meter weiter befindet sich direkt an der Hauptstraße der „Wasserleitungstunnel von Nikopolis / Τούνει Υδραγωγείου Νικόπολης“.
Einer der künstlichen Tunnel, durch die das Wasser des Römischen Aquädukts die Stadt Nikopolis erreichte. Eine beeindruckende Leistung zu dieser Zeit, um Wasser ohne technische Hilfe zu transportieren. Leider ist der Tunnel verschlossen und kann nicht betreten werden.