Das Römische Odeum ist von der Straße „EO Filippiadas Prevezas“ zu erreichen. Es gibt eine kleine Parkmöglichkeit vor der alten Stadtmauer. Von hier aus gelangt man über eine Schotterpiste zum rund 100 Metern entfernten Tor an der alten Stadtmauer (dem Wegweiser „West Gate - ARAPOPORTA“ folgen). Durch das Tor hindurch geht man geradeaus rund 270 m den unbefestigten Weg weiter, nach kurzer Zeit sieht man schon das Odeum. Am Ende des Weges geht's links herum zum Eingang.
Wegweiser „ARAPOPORTA“West-GateStadtmauer am West-Gate
Zur Bauzeit des Odeums gibt es unterschiedliche Angaben:
Einige Quellen datieren die Errichtung auf die frühe Regierungszeit des Augustus (frühes 1. Jh. n. Chr.), andere setzen den Bau in die erste Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr., eine wirtschaftlich blühende Periode, in der Nikopolis Sitz der autonomen Provinz Epirus war.
Das Odeon ist mehrfach repariert worden; die aufwändigste Renovierung fand zwischen dem späten 2. und frühen 3. Jahrhundert n. Chr. in der Zeit der Severer-Dynastie statt.
Das Odeon besaß ein halbrundes Auditorium mit ansteigenden Sitzreihen und bot Platz für rund 1.600 Zuschauer. Der Bau bestand aus drei Hauptteilen: der Cavea (Zuschauerraum), der Orchestra und der Scaenae frons (Bühnengebäude). Die Cavea war durch einen horizontalen Gang in zwei Bereiche geteilt und hatte 19 Sitzreihen.
Im Odeon fanden Vorträge, literarische und musikalische Veranstaltungen sowie Theateraufführungen statt. Vermutlich diente es auch als Ratsversammlungsgebäude.
Innenansicht
Im Laufe der Jahrhunderte litt Nikopolis unter Invasionen und Erdbeben, was schließlich im 8. Jahrhundert n. Chr. zur Aufgabe der Stadt führte. Auch hier gibt es zeitlich unterschiedliche Angaben.
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Odeum wiederentdeckt und ausgegraben; freigelegt wurden Zuschauerraum, Bühne sowie dekorative Elemente wie Inschriften und Statuen. Das Odeum zählt zu den am besten erhaltenen Monumenten der archäologischen Stätte von Nikopolis und wird weiterhin für diverse Veranstaltungen genutzt.
Zuschauer-Tribünen
Das Römische Odeum:
Vor Ort findet man eine Info-Tafel, die allerdings schon sehr verwittert ist:
Verwitterte InfotafelMinisterium für Kultur und Sport Restaurierung / Aufwertung des Odeons von Nikopolis
Seit sehr früher Zeit zog das Odeon von Nikopolis das Interesse von Forschern, Reisenden und der lokalen Bevölkerung auf sich. Besucher des 19. Jahrhunderts bezeichneten es als ein „kleines Theater“.
Die eigentliche Erforschung und Freilegung des Bauwerks begann jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Erste Ausgrabungs- und Konservierungsarbeiten am Odeon wurden in den 1960er Jahren durchgeführt.
Der erste Ausgräber des Monuments, Professor Sotirios Dakaris, legte in den Jahren 1961-1963 das gesamte Auditorium (die Sitzreihen) sowie Teile der halbkreisförmigen Orchestra und der Bühnenanlage frei. Außerdem wurden erste Sicherungsmaßnahmen vorgenommen.
Die erste umfangreiche Phase der Stabilisierung und Restaurierung fand zwischen 1969 und 1972 unter der Aufsicht der zuständigen Altertumsbehörde statt. Ziel war es, die erhaltenen Teile des Gebäudes zu sichern, Schäden zu beheben und die Voraussetzungen für die Präsentation des Monuments zu schaffen.
Spätere Restaurierungsarbeiten umfassten unter anderem:
die Festigung und Konservierung des Mauerwerks,
die Restaurierung der Bühnenanlage,
die Stabilisierung der erhaltenen Sitzreihen des Zuschauerraums,
die Sicherung der Orchestra,
die Dokumentation und archäologische Untersuchung des Monuments und seiner Umgebung.
Im Rahmen europäischer Förderprogramme wurden weitere Arbeiten durchgeführt, darunter Ausgrabungen, topografische und architektonische Dokumentation sowie Maßnahmen zur besseren Präsentation des Odeons.
Neuere Restaurierungsphase
Die jüngste Phase der Restaurierungs- und Aufwertungsarbeiten wurde im Jahr 2012 im Rahmen des kofinanzierten Nationalen Strategischen Referenzrahmens (NSRF / ESPA 2007-2013) fortgesetzt.
Das Projekt umfasste unter anderem:
die Konsolidierung und Erhaltung der oberen Höhle (oberer Zuschauerraum) mit neuen, verträglichen Baumaterialien,
die strukturelle Verstärkung der Pfeiler der äußeren Stoa,
die Sicherung von Mauerteilen, die sich von der Kuppel bzw. den Gewölben lösten,
kleinere Rekonstruktionen an der Bühnenanlage,
die Stabilisierung der erhaltenen Sitzreihen in der Orchestra und ihre Reparatur mit neuem Mörtel,
die Freilegung und teilweise Wiederherstellung der umliegenden Stoa,
die Anordnung der Besucherwege und des westlichen Zugangs zum Odeon,
die Installation neuer Einzäunungen sowie landschaftsgestalterische Maßnahmen.
Quelle: Infotafel vor Ort, Übersetzung und Rekonstruktion: ChatGPT